News aus der Werkhalle

18. März 2026

KI-Workshop: Zwischen Staunen, Zweifel und Neugier

Wie verändert Künstliche Intelligenz unsere Arbeit – und unser Verständnis von Kreativität? Fragen, die uns Werkerinnen und Werker schon seit einiger Zeit und immer mehr beschäftigen. Fragen, mit denen wir uns vergangene Woche in einem Workshop mit Jürgen Graef intensiv auseinandergesetzt haben. Jürgen ist Professor an der RWU in Weingarten. An der Fakultät Elektrotechnik und Informatik lehrt er unter anderem Grundlagen der Gestaltung, User Experience Design, Usability Engineering und Digital Innovation Design – und war für uns der richtige Mann für diesen Workshop.

Entwicklung in atemberaubendem Tempo

Im Mittelpunkt standen an diesem Tag zwei Tools, die aktuell viele Diskussionen prägen: Midjourney für die Bildgenerierung und Claude für die Entwicklung von Websites – die Werkhalle wurde für einen Nachmittag zum Experimentierraum. Gemeinsam haben wir viel ausprobiert, verworfen, neu gedacht – mit ersten Ideen, schnellen Ergebnissen, überraschenden Wendungen. Dabei ging es weniger darum, Tools perfekt zu beherrschen. Sondern darum, ein Gefühl dafür zu entwickeln, was da gerade entsteht.

Ein bewusst offener Zugang, der Raum ließ für Erkenntnisse, aber eben auch für Unsicherheiten. Denn schnell wurde deutlich: Die Entwicklung im Bereich KI verläuft in einem Tempo, das kaum Zeit lässt, sie vollständig zu durchdringen. Kaum hat man sich mit einem Stand vertraut gemacht, folgt bereits der nächste. Entsprechend präsent war im Workshop auch die Frage, wie sich dieses Tempo auf gewohnte Formen des Arbeitens und Lernens auswirkt.

Grundlegende Verschiebungen

Unser Fazit: Besonders für kreative Berufe ergeben sich dabei grundlegende Verschiebungen. Wenn Bilder, Texte und Konzepte auf Knopfdruck entstehen, verändern sich Maßstäbe und Erwartungen. Die Ergebnisse sind oft beeindruckend – und werfen zugleich Fragen auf: nach Originalität, nach künstlerischer Handschrift und nach dem Wert von Erfahrung. Hinzu kommen ungeklärte Aspekte rund um Urheberrecht und Vergütung, die weit über theoretische Überlegungen hinausgehen.

Der Workshop bot keine fertigen Antworten – aber genau darin lag seine Stärke. Stattdessen entstand ein gemeinsames Verständnis dafür, dass der Umgang mit KI vor allem eines erfordert: Offenheit, Neugier, Skepsis – und die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen, ohne sofort zu einem abschließenden Urteil zu kommen. Ein Ansatz, der in der Werkhalle auf Resonanz stößt, und den wir ganz sicher weiterverfolgen werden.

Text: Christoph Bender/René Kius
Fotos: Paul Meyer